Dr. Markus C. Hasel
Praktische Themen aus Markus Hasels ursprünglichem Artikel zur Führung in Krisenzeiten. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit Finanzkrise und Pandemie diskutiert wurden.
Warum der Kontext Führung verändert
Krisen entstehen häufig ohne lange Vorwarnung. Unternehmen müssen unter Zeitdruck mit erheblichen Risiken und Unsicherheit umgehen. Diese Belastung betrifft Führungskräfte und Mitarbeitende gleichermaßen.
In einer solchen Situation reicht es nicht, Aufgaben zu verteilen. Mitarbeitende suchen bei ihrer Führungskraft nach Erklärungen, konkreten Maßnahmen, Orientierung und Stabilität. Führungsverhalten, das in ruhigen Zeiten gut funktioniert, kann unter veränderten Bedingungen anders wahrgenommen werden.
Anerkennung und hilfreiches Feedback
Anerkennung ist auch eine Form von Rückmeldung. Gerade in unsicheren Zeiten kann sie zeigen, dass der Beitrag eines Mitarbeitenden wahrgenommen und geschätzt wird.
Regelmäßiges, konkretes Feedback hilft Mitarbeitenden, ihre Leistung einzuordnen und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Es sollte verständlich machen, was bereits gut funktioniert und worauf es als Nächstes ankommt. Feedback kann jedoch keine Arbeitsplatzgarantie geben.
Zuhören, bevor Sie entscheiden
Die Bedürfnisse und Sorgen der Mitarbeitenden zu verstehen, ihnen zuzuhören und Interesse an ihrer persönlichen und beruflichen Situation zu zeigen, gehört zu guter Führung. In einer Krise gewinnt dieser Austausch zusätzlich an Bedeutung.
Den Zusammenhalt im Team stärken
Ein unterstützendes Team kann in unsicheren Zeiten Halt geben. Klare Absprachen, verlässliche Zusammenarbeit und Raum für den persönlichen Austausch helfen, die Verbindung untereinander zu erhalten.
Eine realistische Richtung vermitteln
Eine gemeinsame Perspektive muss sowohl ansprechend als auch erreichbar sein. Zeigen Sie auf, wozu die Arbeit beiträgt und welche Schritte das Team selbst beeinflussen kann. Vermeiden Sie Versprechen, die sich angesichts der Unsicherheit nicht einlösen lassen.
Vertrauen langfristig aufbauen
Vertrauen entsteht über einen längeren Zeitraum. Es lässt sich nicht innerhalb weniger Tage herstellen. Auch wenn das Vertrauen im Team noch nicht stark ausgeprägt ist, lohnt sich die kontinuierliche Arbeit an verlässlichen Beziehungen – während der Krise und darüber hinaus.
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